2012-01-24 09:02 von Redaktion
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2011-03-17 10:17 von Redaktion
Ja, wir sind unzufrieden mit unserer eigenen Organisation, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK).
Wir, das sind die "Gründer" von reset-brain.de, Tobias Kuhmann und Simon Schönecker vom Ortverein Oberhausen-Rheinhausen sowie Frank Ayasse und Jürgen Schöchlin vom DRK Rheinstetten-Mörsch e.V.
Die beiden Ortsverbände sind seit vielen Jahren eng miteinander verbunden. Begonnen hat alles mit der gemeinsamen Idee, neue Wege zu beschreiten.
Im Jahr 1993 befand sich der Ortverein Mörsch (nach über fünfzig Jahren seiner Existenz) kurz vor seiner Auflösung. Man war seit der Professionalisierung des Rettungsdienstes im Laufe der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu einem "Festles"-Verein mutiert. Fachlich auf niedrigstem Niveau angelangt, lag der Verein auch finanziell am Boden. Es waren genau die Phänomene zu beobachten, welche auch heute noch bei viele DRK-Ortsgruppen landauf-landab zu sehen sind, deren "Helfer" höchstens noch diese Bezeichnung tragen. Erst durfte man nicht mehr, dann konnte man nicht mehr und schließlich wollte man nicht mehr.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, stellten wir uns die Frage: Gibt es sinnvolle Tätigkeiten im Rettungsdienst, die eine "Helfer-vor-Ort" Gruppe im DRK notwendig machen?
Die Antwort war damit schon gegeben. Die Auflösungsgedanken verschwanden schlagartig und eine Hand voll hoch motivierter "Hilfswilliger" machte sich an die Arbeit.
Doch helfen durften sie noch lange nicht: Der eigene Kreisverband bzw. dessen Funktionäre wehrten sich mit mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Drei Jahre lang dauerte der Kampf. Ganze Aktenordner mit Schriftwechseln wurden gefüllt. Kurz vor dem Aufgeben, wandelte sich die ehem. Kreisbereitschaftsleitung (scheinbar) vom Saulus zum Paulus und verkaufte plötzlich alles als die eigene Idee. Hintergrund war aber schlicht die Angst vor juristischen Konsequenzen also die Befürchtung, den Kopf dafür hinhalten zu müssen, falls die "Mörscher" mit ihrer Drohung ernst machen würden und den Kreisverband bzw. seine Garanten wegen unterlassener Hilfeleistung anzuzeigen. Das "Image" des Roten Kreuzes oder andere Ideale unserer Organisation spielten damals für die Entscheidungsträger offensichtlich keine Rolle.
Nach 1996 begann also die "Zeit der Notfallhilfen", wie die dann plötzlich in vielen Orten des Kreisverbandsgebietes entstehenden HvO-Systeme hießen und immer noch heißen. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich so im Bereich Karlsruhe ein bundesweit einmalig dichtes Netz von First-Respondern, um auch diese Bezeichnung zu verwenden. Nun war es wieder sinnvoll, sich im DRK zu engagieren, denn das Helfen war wieder möglich.
In dieser Zeit suchten und fanden sich "Gleichgesinnte", so auch die Ortsvereine aus Oberhausen und Mörsch. Es folgte das bundesweit bekannte "Karlsruher Frühdefi Projekt", welches von den verstorbenen Oberhausener "Machern" Jörg Röhrig und Dieter Artur Vogel maßgeblich mitentwickelt wurde. Wir gedenken beiden mit Respekt und Hochachtung.
Bis 2005 lief alles prächtig. Auch unser Kreisverband profitierte davon: Der Kreisvorsitzende war regelmäßig in der Presse und der Kreisgeschäftsführer freute sich über die (entgegen dem bundesweiten Trend) steigenden Spenden- und Mitgliedergelder. Leider kam dann eine Zeit der Sättigung und schließlich der Dekadenz. Pressemeldungen waren irgendwann wichtiger als die tatsächliche Arbeit. Das Helfen wurde wieder zur Nebensache und der Zerfall setzte ein.
Heute sind wir teilweise wieder "zurück auf Los", wie Don Quichotte, der vom Windmühlenflügel einmal erfasst, immer wieder an der selben Stelle krachend aufschlug, von der er seinen Angriff wagte.
Wir wollen das Schicksal dieser Romanfigur nicht weiter teilen. Deshalb drücken wir den Stop-Knopf und fordern ein neues Denken im Roten Kreuz: reset-brain.de.
- Weg mit leeren Pressemitteilungen und her mit echten Inhalten.
- Weg mit Funktionären, die nicht helfen wollen.
- Her mit einer neuen Kultur im Roten Kreuz.
- Hin zu einer neuen Qualität in der Arbeit des Rettungsdienstes.