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2011-03-17 10:17 von Redaktion
2012-01-30 17:57 von Redaktion
Mit ihrer Idee Geld einzunehmen hat die Albtäler Feuerwehr für Schlagzeilen gesorgt: Die Jungs ließen ihre Hüllen fallen, sich dabei fotografieren und verpackten das Ergebnis in einen Erotikkalender. Der wurde ein richtiger Verkaufsschlager, die Jungs mussten eine zweite und sogar eine dritte Auflage drucken. Die Einnahmen haben die feschen Feuerwehrmänner übrigens gespendet, unter anderem an ein philippinisches Hilfsprojekt und die Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes.
Die Häuserner Feuerwehr hat Glück. Sie muss sich nicht ausziehen, um etwas anzuziehen zu haben – sondern kann auf Gelder zurückgreifen, die ein eigenes für sie gegründeter Förderverein zur Verfügung stellt. Der etwa 60 Mitglieder zählende Feuerwehrförderverein ermöglicht es den Rettern, Spezialgeräte anzuschaffen. Bereits dreimal veranstaltete er eine Gemäldeausstellung, deren Erlös der Feuerwehr zugutekam. Davon profitieren beide Seiten: Die (Hobby-)Künstler bekommen die Möglichkeit, ihre Werke einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, der Feuerwehrförderverein bekommt Provision pro verkauftes Bild. "Das Konzept der Ausstellungen wollen wir weiter ausbauen und perfektionieren", kündigt Vorsitzender Hans Mayer an. Die nächste Gemäldeausstellung soll im Oktober stattfinden.
Für das Großprojekt Sportplatzbau ist der Dachsberger Fußballclub auf Spenden angewiesen. Aber nicht nur: Der Verein kann die Kosten für den 405.000 Euro teuren Platz drücken, indem er selbst anpackt. 85 Mitglieder haben in den vergangenen zwei Jahren bislang etwa 11.000 Stunden auf dem und für den Platz gearbeitet (einschließlich Maschinenstunden) – und es kommen noch etliche weitere dazu. "Am Ende werden es wohl etwa 14.500 Stunden sein", hat Vorsitzender Andreas Böhler ausgerechnet. "Durch den Einsatz unserer Mitglieder können wir etwa 200.000 Euro sparen, der Rest setzt sich aus Materialkosten zusammen", sagt Böhler. Außerdem haben die Dachsberger – wie auch vor einiger Zeit die Sportvereine in Häusern und Bernau – ihren Sportplatz symbolisch verkauft. Trotzdem hofft der Fußballclub weiter "auf Spenden in Höhe von 30.000 Euro, dann wäre alles in trockenen Tüchern", sagt Andreas Böhler.
Zwar nicht besonders kreativ, aber dafür sehr effektiv hat die Ibacher Feuerwehr im vergangenen Jahr Geld eingenommen: Sie bat die Bürger um Spenden. Dem Aufruf folgten 71 Ibacher, die zwischen zehn und 700 Euro gaben. Insgesamt kamen so knapp 6000 Euro zusammen. Vom Ergebnis ist Kommandant Hermann Wassmer positiv überrascht: "Mit so einer Summe habe ich nicht gerechnet, immerhin hat Ibach ja nur 400 Einwohner." Um an dieses Geld zu kommen, hat er höchstpersönlich "Klinken geputzt", wie er es schmunzelnd formuliert. Die Spenden hat die Wehr in hydraulische Geräte – einen Spreizer und eine Rettungsschere – investiert. Damit können eingeklemmte Personen gerettet werden.
Spenden sammelt auch das DRK St. Blasien regelmäßig, allerdings nicht in fester, sondern flüssiger Form: Seit vielen Jahren organisieren die Helfer Blutspendetermine und nehmen dadurch Geld ein.
Schon seit vielen Jahren macht der Häuserner Sportverein das zu Geld, was andere wegwerfen: Einmal im Monat sammeln die Mitglieder in der Gemeinde Altpapier und verkaufen es. Früher fanden die Sammlungen einmal pro Quartal statt. Als vor vier Jahren Privatunternehmen Blaue Tonnen aufstellten und dadurch mit dem Verein konkurrierten, beschlossen die Sportler zu handeln – und mit einer monatlichen Sammlung ihren Service zu verbessern. "Das klappt gut", lobt Schriftführer Michael Herr. Und nebenbei wird beim Altpapiersammeln die Kameradschaft gestärkt. "Im Winter gibt’s nach getaner Arbeit einen Glühwein", verrät Herr. Mehrere Gruppen sind jeden ersten Samstag im Monat zwei bis drei Stunden in der Gemeinde unterwegs. Viele Bürger unterstützen den Verein und sammeln ihre alten Zeitungen und Prospekte für ihn. "Für uns ist diese Einnahmequelle sehr wichtig, wir sind auf dieses Geld angewiesen und investieren es unter anderem in die Jugendarbeit", erklärt Michael Herr.
Sammeln ist beliebt bei vielen Vereinen: In St. Blasien nimmt beispielsweise die Stadtmusik Altpapier entgegen, Dachsbergs Musiker und Häuserns Narren sammeln regelmäßig Alteisen.
Eine klassische Art, Geld einzunehmen, sind Vereinsfeste. So lädt die St. Blasier Stadtmusik beispielsweise regelmäßig zum Kurparkfest, Bernaus Vereine engagieren sich am Thoma-Tag und einige Gruppen veranstalten Hallenfeste. Alle zwei Jahre organisieren St. Blasiens Vereine ein großes Straßenfest, so auch wieder diesen Sommer.
Die Höchenschwander Vereine können alle zwei Jahre ihre Finanzen aufbessern, indem sie sich am Strohskulpturenwettbewerb beteiligen. Zum einen sucht der Kurverein Sponsoren für die Bastler, zum anderen können die Vereine in Absprache mit dem Bauernmarkt bewirten – und dadurch Geld einnehmen. Am Ende werden die Werke verkauft. "Allerdings geht es beim Strohskulpturenwettbewerb nicht in erster Linie ums Geld", betont Kurvereinsvorsitzender Frank Porten. "Wichtiger ist, dass Menschen zusammenkommen, wir etwas für den Tourismus und den Zusammenhalt in der Gemeinde tun." Vor allem um Letzteres geht es im Grunde allen Vereinen. Das Geld ist dabei nur Mittel zum Zweck.
Quelle: Badische Zeitung
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