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Rettungssanitäterin von Brücke gestürzt

2012-01-20 08:43 von Redaktion

von Peter Huber

Karlsdorf-Neuthard. Bei einem Routine-Unfalleinsatz ist gestern in den Morgenstunden eine 50 Jahre alte Rettungssanitäterin des DRK-Kreisverbandes auf der Bundesstraße 35 zwischen Karlsdorf-Neuthard und Graben-Neudorf schwer verunglückt. Die 50-Jährige aus Oberhausen-Rheinhausen war zusammen mit einem Kollegen kurz vor 4 Uhr zu einem gemeldeten Verkehrsunfall auf der B-35-Brücke über der Bahnlinie Bruchsal–Graben-Neudorf von der Bruchsaler Rettungswache an der Kammerforststraße ausgerückt.
Wie sich herausstellte, war ein 16-jähriger Rollerfahrer aus Karlsdorf auf dem Weg zur Arbeit auf dem parallel zur Brücke führenden Radweg auf Glatteis gestürzt und hatte sich eine schwere Beinverletzung zugezogen. Der Rettungswagen hielt an der Unfallstelle auf dem Radweg an und die Besatzung versorgte den Schwerverletzten.

Während der Arbeiten ging die Rettungssanitäterin laut Polizei offenbar um den Rettungswagen herum, um etwas aus dem Fahrzeug zu holen. Beim Zurückgehen stürzte die 50-Jährige – unbeobachtet von den anderen Personen an der Unfallstelle – durch eine bauartbedingte, sechs Meter lange und 1,70 Meter breite Aussparung an der Eisenbahnbrücke zwischen Fahrbahn und Radweg acht Meter in die Tiefe. Die Rettungssanitäterin schlug neben dem Gleisbett auf. Dabei zog sich die Frau schwerste Schädel-Hirn-Verletzungen, innere Verletzungen und Knochenbrüche zu.
Ihr Kollege alarmierte sofort einen zweiten Rettungswagen, den Notarzt und die Feuerwehren aus Karlsdorf- Neuthard und Bruchsal. Ebenso wurden die Bundesstraße 35 und die Bahnlinie Bruchsal–Graben-Neudorf in beiden Richtungen gesperrt. Mit dem Notarztwagen wurde die Rettungssanitäterin ins Städtische Klinikum Karlsruhe gebracht, wo sie noch gestern Mittag in akuter Lebensgefahr schwebte.
Nach Ansicht der Polizei muss die 50-Jährige beim Herumgehen um den Rettungswagen über ein Geländer gestiegen sein, das den Radweg gegen die Aussparung im Oberleitungsschutz der Brücke absichert. Laut Polizei sind nur 22 Meter der 60 Meter langen Brücke mit dem Oberleitungsschutz versehen. Möglicherweise hatte die Frau in der Dunkelheit die Aussparung nicht erkannt, hieß es. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei jedenfalls aus.
Große Betroffenheit herrschte gestern bei der Bruchsaler DRK-Hauptwache und in der Rettungsleitstelle über den tragischen Unfall. Denn bereits 2008 war die Frau im Einsatz schwer verunglückt.

Quelle: BNN

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