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2011-03-17 10:17 von Redaktion
2012-01-16 10:35 von Redaktion
Hotzenwald: Die ab den 70er Jahren an Kreis-, Land - und Bundesstraßen installierten Notrufsäulen der Björn Steiger Stiftung ereilt das gleiche Schicksal wie den öffentlichen Telefonzellen: Nach und nach werden sie ersatzlos abgebaut, weil im Handyzeitalter die Benutzungsquote gegen Null geht. Jüngst wurde die Notrufsäule auf dem Parkplatz beim Eggbergbecken demontiert, was Forstwart Werner Gebhardt kritisiert.
"Die Notrufsäule wurde hier einmal aufgestellt, weil sie an der unfallträchtigen Kreisstraße liegt. Und sie ist besonders wichtig, weil im Funkloch des Eggberghangs ein Notruf über Handy kaum möglich ist", berichtete Gebhardt der Badischen Zeitung. In Zusammenarbeit mit der DRK-Rettungsdienstleitstelle in Waldshut hatte er voriges Jahr erreicht, dass bei der Notrufsäule am Eggberg-Parkplatz eine Rettungsdienstsammelstelle eingerichtet wird. "Wenn in diesem Bereich ein schwerer Unfall auf der Straße oder im Wald passierte, konnte bisher in jedem Fall über die verkabelte Rufsäule der erste Notruf getätigt werden und die Rettungsdienste finden schnell den bei der Leitstelle bekannten Standort", ergänzte Gebhardt. Er findet auch den Abbau der Kreisstraßen-Rufsäule im Bereich des Trimm-Dich-Pfad-Parkplatzes nicht in Ordnung.
Betrieben wurden die Säulen von der Björn Steiger Stiftung. Auf Anfrage der Badischen Zeitung gab der Präsident der Stiftung, Pierre Steiger, selbst Auskunft über die Hintergründe des Säulenabbaus: "Politiker und ein großer Teil der Bevölkerung zeigen schon lange kein Interesse mehr an einem Erhalt des Notrufsäulennetzes, das regelmäßig gewartet werden muss und das auch monatliche Telekom-Grundgebühren verursacht." Für die derzeit noch in Baden-Württemberg (als einzigem Bundesland) betriebenen 1800 Säulen der Björn Steiger Stiftung soll nach einer jüngsten Entscheidung des Stuttgarter Innenministeriums ab 2012 deutlich weniger Betriebszuschuss gezahlt werden. Laut Mitteilung der Ministeriums-Pressestelle übernimmt das Land etwa 80 Euro an Unterhaltskosten pro Jahr für eine Säule, die die Stiftung zwischen 600 und 800 Euro pro Jahr im Durchschnitt kostet. Weiterhin bezuschussen will das Land aber die an Unfallstrecken und in Funklochgebieten stehenden Rufsäulen.
Noch besteht aber Hoffnung für die Säulen an der Kreisstraße nach Bad Säckingen. "Einer Ermittlung dieser noch befürworteten Standorte wird sich auch das Landratsamt nicht verschließen", kündigte gestern auf BZ-Anfrage Pressesprecher Heinrich Glocker an. "Wir sind natürlich für die Sicherheit auf unseren Straßen und wir begrüßen deshalb den Beibehalt der Notrufsäulen an wichtigen Standorten." Das Anliegen von Forstwart Werner Gebhardt wird voraussichtlich auch die untere Straßenverkehrsbehörde der Verwaltungsgemeinschaft Bad Säckingen aufgreifen. Wenn das Land Daten zu Notrufsäulen brauche, würden sie in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Landratsamt erstellt, hieß es aus dem Bad Säckinger Rathaus. Für die Björn Steiger Stiftung versprach Pierre Steiger im BZ-Gespräch ein Überdenken der Entscheidung, die zwei Rufsäulen an der Kreisstraße nach Bad Säckingen abzubauen. Grundsätzlich könne die Stiftung unabhängig von öffentlichen Zuschüssen über das Schicksal der Rufsäulen entscheiden.
Dass der Trend in Richtung weiteren Abbaus der Notrufsäulen umkehrbar ist, glaubt Steiger allerdings nicht: "Wir bekommen kaum noch Spenden aus der Bevölkerung, um die Säulen zu erhalten. Und auch sonst gibt es keine Signale, dass dieses früher einmal so wichtige System erhalten werden soll." Die Björn Steiger Stiftung, so erinnerte Steiger, hatte in den 70er Jahren nicht nur das Säulennetz initiiert, sondern auch die Einführung der Notrufnummern 110 und 112 erreicht. Als Ersatz für die abgebauten Säulen soll künftig ein neues System der Handyortung dienen. "Es läuft in einem Bundesland demnächst ein Testversuch mit Benutzung der GPS-Satellitentechnik", informierte Steiger. Diese Technik helfe allerdings in einem Funkloch nichts.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de
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