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2011-03-17 10:17 von Redaktion
2011-10-06 07:53 von Redaktion
Für die Mitglieder der Rettungshundegruppe des DRK-Kreisverbandes Höxter klingen die Worte des DRK-Kreispräsidenten Friedhelm Spieker rückblickend wie Hohn: "Ihr Engagement erweitert die DRK-Arbeit um eine wirkungsvolle Idee", hatte der Landrat im April 2010 bei der Gründung erklärt. Gut eineinhalb Jahre später wurde die Gruppe vom DRK-Landesverband aufgelöst. Die Gründe sind für die ehrenamtlichen Retter, die der ebenfalls aufgelösten Rotkreuzgemeingemeinschaft Höxter angeschlossen sind, nicht nachvollziehbar.
"Mit 10 Hunden und 13 ausgebildeten Helfern nahm die erste Rettungshundegruppe im Juni 2009 ihre Arbeit beim Deutschen Roten Kreuz und somit auch im Kreis Höxter auf", erinnert Mitglied Thorsten Michels. Im April wurde die Gruppe offiziell gegründet.
Die Bedingungen seien klar definiert gewesen: die Arbeit benötigt viel Engagement, Zeit und aufgrund der benötigten Ausstattung ein festes Budget. Bereits zum damaligen Zeitpunkt wurde hervorgehoben, dass Einnahmen im Bereich der Rettungshundearbeit nicht erzielt werden können. Nach eigenen Angaben leisteten die ehrenamtlichen Helfer neben den Tätigkeiten im Sanitäts- und Einsatzdienst im Jahr 2009 1.052 Dienststunden und im Jahr 2010 1.861 Stundend.
Dieses Engagement hatte Erfolg: So habe die Gruppe einen 78-jähriger an Demenz erkrankten Mann aus Barntrup aufspüren können - ausgerechnet an einem Freitag den 13. Umso unverständlicher war es den Mitgliedern, als ihnen im Mai 2011 in einem Gespräch mit dem Präsidiumsmitglied und Kreisverbandsarzt Dr. RonaldWoltering und DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Lange mitgeteilt wurde, dass per Präsidiumsbeschluss die Rettungshundegruppe zum 30. September 2011 geschlossen werde.
"Nach Bewertung der Ziele, die mit der Gründung der Gruppe verbunden wurden, wurde beschlossen die Arbeit der Rettungshundegruppe zum 30.09.2011 einzustellen", lautete der Wortlaut, mit dem die Landesrotkreuzleitung über den Beschluss aus Höxter informiert wurde. DRK-Kreispräsident Friedhelm Spieker wollte sich gestern gegenüber der NW nicht äußern. Er sprach von internen DRK-Angelegenheiten und kritisierte die öffentliche Debatte. Dabei hatte der DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Lange Mitte Juli mit öffentlichen Vorwürfen gegen die Rotkreuzgemeinschaft selbst eingeleitet. Er war gestern trotz mehrfacher Nachfrage nicht erreichbar.Über die wahren Beweggründe wollen die Mitglieder der Rettungshundestaffel nicht mehr spekulieren. Sie kehren Höxter den Rücken. "Wir folgen Menschen, die ihre Aufgabe der Sache wegen tun und nicht aus Kalkül", erklärte die Rettungshundestaffel, die sich zum 1. Oktober dem Bundesverband Rettungshunde angeschlossen hat. Der Verband ist mit seinen über 80 Staffeln die größte rettungshundeführende Organisation in Deutschland.
Enttäuscht regierten Leser auf nw-news.de auf die Auflösung der Rotkreuzgemeinschaft Höxter. So meint Herbert Knösel: "Jetzt herrscht schon in solchen Ehrenamtskreisen Unruhe. Da schwindet eindeutig mein Vertrauen in das bisher vertrauenswürdige DRK." Er kündigte an, dass seine Weihnachtsspende in diesem Jahr wegen der Vorfälle ausfalle.
Verärgert äußert sich auch "politt", wenn er meint, dass das Ehrenamt seit Jahren immer mehr mit Füßen getreten werde. "Oft durch ,Vorstände/Funktionäre‘, meist aber durch die eigenen Mitglieder im jeweiligen Verein. Die Besserwisser, gleichzeitig aber Nichtstuer. Ich bewundere daher jede(n), der sich für ein Ehrenamt in der heutigen Zeit noch einbringt", so "politt". Wenn sich dieser Trend nicht ändere, werde bald kaum noch ein Verein im Kreis Höxter existieren können.
Ähnlich argumentiert "Thomas": "Schade um die DRK Gruppe Höxter, dass ist keine Art und Weise der Verbände, dass Ehrenamt so mit Füßen zu treten", schreibt er. Leider würden in vielen Bereichen Leuten, die sich freiwillig einbringen, Knüppel zwischen die Beine geworfen. Damit würde die ehrenamtliche Arbeit unnötig schwer machen. "Nicht nur beim DRK, sondern auch im Jugendfußball oder in der Musik", so "Thomas".
Und Ella Böker meint: "Ich frage mich, wie es möglich ist, dass ein Bürgermeister eine solche Gruppe kommentarlos gehen lassen kann! Von diesen Helfern wurden viele Sanitätsdienste bei Veranstaltungen in Höxter geleistet. Ich habe sie selbst dort gesehen. Sehr traurig."
Quelle: http://www.nw-news.de
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