| < | Mai 2012 | > | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||
2011-03-17 10:17 von Redaktion
2011-09-20 13:19 von Redaktion
Zu einem Großeinsatz am Kant-Gymnasium sind um 12.35 Uhr mehrere Polizeistreifen, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Rettungswagen des DRK ausgerückt. Im Oberstufenraum der Schule war Brom verschüttet worden. 17 Personen mussten behandelt werden.
Nach den Ermittlungen der Polizei und der Feuerwehr haben Oberstufenschüler eine Flasche mit dem hochgiftigen Brom mit in den Oberstufenraum gebracht. Als das auf einem Tisch stehende Fläschchen umkippte, wurden rund 100 Milliliter der Flüssigkeit verschüttet. Mehrere Schüler sollen noch versucht haben, die Flüssigkeit aufzuwischen. Sie haben wohl auch am meisten von der ätzenden Flüssigkeit, die die Haut aber auch die Lunge angreift, eingeatmet.
Nach Angaben der Polizei wurden 56 Personen, Schüler ebenso wie Lehrer, auf Gesundheitsgefährdungen kontrolliert und 41 von ihnen dann auch einer eingehenderen ärztlichen Untersuchung unterzogen. 17 von ihnen wurden von den Notärzten zur Beobachtung in Krankenhäuser eingewiesen. In keinem Fall habe man aber eine akute Gefährdung festgestellt, erklärte Martin Kohlmann, Kreisbereitschaftsführer des DRK.
Alle Schüler und Lehrer, die sich in dem Raum aufhielten oder auf anderem Weg das Brom eingeatmet haben, wurden aufgefordert, sich zu melden, da die Chemikalie auch noch nach relativ langer Zeit (bis zu zwei Tagen) Beschwerden verursachen kann. Schüler, die in den nächsten 48 Stunden starke Hustenanfälle bekommen, sollten ebenfalls den Hausarzt und das Krankenhaus aufsuchen, um abzuklären, ob sie möglicherweise Brom eingeatmet haben, bittet Kohlmann.
Die Schule wurde sofort evakuiert. Alle Schüler wurden zunächst hinter den Sporthallen in Sicherheit gebracht und später, nachdem das Ausmaß des Unfalls klar wurde, von Direktor Dr. Haas nach Hause geschickt. Ihre Schulsachen und alle anderen persönlichen Gegenstände mussten sie allerdings im Gebäude zurücklassen, da die Schule vorerst nicht mehr betreten werden durfte – wie lange, darüber konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Die Polizei sperrte die Straßen rings um das Gymnasium ab und forderte die Anwohner auf, die Fenster geschlossen zu halten.
Gegen 15 Uhr konnten die Vorsichtsmaßnahmen dann weitgehend aufgehoben werden.
Wie die Schüler in den Besitz der Flasche mit dem Brom kommen konnten, ist bisher nicht geklärt. Höchstwahrscheinlich wurde die Flasche aus dem Chemiesaal aus dem Abzug entwendet. Noch sucht die Feuerwehr nach der Flasche.
Speziell ausgebildete Wehrmänner haben, die Chemikalie, die einen rund 1,5 Quadratmeter großen Fleck hinterlassen hat, mit Natriumthiosulfat neutralisiert. Anschließend wurde der kontaminierte Teppich gelöst und entfernt. Die Feuerwehrleute, die von der Basler Chemiewehr Johnson Controls unterstützt wurden, sicherten und reinigten ebenso alle in dem Raum befindlichen Gegenstände, die zurückgelassenen Schulsachen ebenso wie Möbel. Die Möbel wurden noch am Nachmittag fachgerecht entsorgt. Gegen 14.30 Uhr war auch im Oberstufenraum kein Bromdampf mehr nachzuweisen.
Stadtbrandmeister Klaus Gempp lobte das Verhalten der Schulleitung, die dafür gesorgt hatte, dass beim Eintreffen der Feuerwehr bereits die gesamte Schule evakuiert war, wie auch das Zusammenspiel der fast 90 Rettungskräfte. Neben der Weiler Feuerwehr waren Einheiten der Chemiewehr Johnson Controls im Einsatz, die vor allem mit Bindemittel und entsprechenden Behältern für die kontaminierten Gegenstände aushelfen konnte. Die DRK-Rettungsdienste wurden von Basler Sanitätern unterstützt.
Elementares Brom ist sehr giftig und stark ätzend und kann eingeatmet zu Atemnot und Schädigungen der Lunge führen.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de
305 news are online.
Einen Kommentar schreiben