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Rettungsdienst: Problem mit der Pünktlichkeit

2010-07-29 14:44 von Redaktion

Die Landesregierung teilt auf eine CDU-Anfrage mit, dass die Rettungsdienste in mindestens 12 Landkreisen Brandenburg oft später kommen als vom Gesetz erlaubt. Normalerweise hat das erste Rettungsdienstfahrzeug 15 Minuten Zeit um zum Unfallort zu gelangen - in 95 % aller Einsatzfälle soll diese Frist eingehalten werden. Die Realität spricht eine andere Sprache: Trauriger Spitzenreiter ist der Kreis Märkisch Oderland (MOL) - nur 80 % der Einsatze laufen fristgerecht, in Potsdam Mittelmark sind´s immerhin 93,2 % und im von der Regionalleitstelle Brandenburg an der Havel betreuten Kreis Teltow Fläming 89 %. Die Zahlen für Brandenburg / Havel hat Meetingpoint angefragt, eine Antwort steht noch aus.

Fakt ist: Kein Rettungswagenfahrer oder Sanitäter trödelt oder kommt absichtlich zu spät. Das Land sieht vielmehr mehrere Einsätze die zur gleichen Zeit in einer Region stattfinden als Ursache. Diese machen in einigen Landkreisen mehr als 10 % aller Einsätze aus, so ein Ministeriumssprecher.

Eine besondere Situation in Brandenburg an der Havel: Kooperationen mit angrenzenden Landkreisen sehen vor, dass auch havelstädtische Retter zu Notfällen in die Region ausschwärmen (in Teile von PM und HVL). Weil man vor einigen Jahren erkannte, dass innerhalb der Hilfsfrist beispielsweise eine Fahrt in Dörfer vom Havelland nicht möglich ist, wurde vom Landkreis die Rettungswache Bollmannsruh etabliert. Dieses engmaschige Netz sehen Experten als die wirkungsvollste Variante im Kampf gegen zu spät anrückende Retter.

Das Ministerium spielt den Ball zurück an die Kommunen, forderte kürzlich die Landräte und Oberbürgermeister auf, die Hilfsfrist mit den Rettern vor Ort einzuhalten. Prof. Michael Schierack (CDU) findet das zu wenig, er fordert: "Im Rahmen der Daseinsvorsorge muss deshalb seitens der Landesregierung alles unternommen werden, die medizinische Betreuung der Bürger zu gewährleisten. Dazu gehört neben der hausärztlichen Versorgung auch ein bestmögliches Rettungswesen. Im Notfall kann jede Minute entscheiden".

Quelle: http://www.meetingpoint-brandenburg.de

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Kommentar von Alfred Brandner | 2010-07-29

Alfred Brandner zu Probleme mit der Pünktlichkeit

Natürlich kommen "notfallmedizinische Fachkräfte" bei Notfalleinsätzen nicht mit Absicht zu spät. Wie ein Ministeriumssprecher wohl selbst erkannt hat, ist es so, dass die Rettungsdienste, Spitzenlastzeiten nicht abdecken können. Allein dieser Sachverhalt verweist auf ein organisatorisches Problem. Deswegen muss dieses zuständige Ministerium bzw. die Landesregierung dafür Sorge tragen, dass der Zustand geschaffen wird, den Rettungsdienstgesetze vorschreiben. Die Bürger haben einen Rechtsanspruch darauf, den sie nötigenfalls auch mit Hilfe von Juristen durchsetzen sollten. Diese ewige "Geplänkel" der Verantwortlichen empfinde schlichtweg als irreführendes Manöver.

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