| < | Mai 2012 | > | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||
2011-03-17 10:17 von Redaktion
2010-09-28 09:27 von Redaktion
von Markus Klohr
Struktur Der Kreisverband Ludwigsburg des Roten Kreuzes besteht aus 41 Ortsverbänden und hat knapp 1600 aktive, zumeist ehrenamtliche Mitglieder sowie rund 30 000 Fördermitglieder. Die freiwilligen DRK-Helfer haben im vergangenen Jahr etwa 147 000 unentgeltliche Einsatzstunden geleistet. Im professionellen Sektor (Rettungsdienst und soziale Dienste) hat der Kreisverband 2009 rund 11,5 Millionen Euro erwirtschaftet.
Einsätze In der Leitstelle des Roten Kreuzes sind im vergangenen Jahr etwa 70 500 Einsätze gemeldet worden, rund 50 600 davon übernahm das DRK. Etwa 20 000 davon waren Notfalleinsätze für die sechs Rettungswagen und die zwei Notarztfahrzeuge. Bei den übrigen handelte es sich um Krankentransporte. mk
"Von Oktober an dürften wir eigentlich nicht mehr fahren."
Der Rotkreuz-Kreisvorsitzende Michael Vögele
Erste Hilfe braucht der Ludwigsburger Kreisverband des Roten Kreuzes (DRK) nicht. Aber er hat schwere Blessuren erlitten. 1,2 Millionen Euro muss er in den nächsten sechs Jahren an die Krankenkassen zurückzahlen. Dies ist das Ergebnis komplizierter Verhandlungen mit den Kassen. Das Rote Kreuz war sogar vor die Schiedsstelle des Landes gegangen - mit dürftigem Erfolg. Der Streit dreht sich um die Summen, die die Kassen für den Rettungsdienst, besonders für die Notfallrettung, bezahlen. Die Beträge müssen nach dem Ablauf bestehender Verträge jeweils neu ausgehandelt werden.
"Von Oktober an dürften wir eigentlich nicht mehr fahren", wettert nun der Rotkreuz-Kreisvorsitzende Michael Vögele, "andernfalls fahren wir ins Defizit." Denn seit Jahren steige im Kreis die Zahl der Rettungseinsätze kräftig. Gleichzeitig werde das Budget von den Kassen gedeckelt. "Nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ist das nicht nachvollziehbar", klagt Vögele.
Als Folge der Verhandlungen mit den Kassen muss der Verein seine Bilanz um rund zwei Millionen Euro nach unten korrigieren. Die Summe setzt sich zusammen aus den 1,2 Millionen der Rückzahlung sowie weiteren 700 000 Euro aus dem laufenden Betrieb. Mehr als die Hälfte davon gehe auf das Konto des Rettungsdienstes. Bisher habe die Finanzierung des Roten Kreuzes nach einem einfachen Grundprinzip funktioniert: Der Rettungsdienst lief - wie gesetzlich vorgeschrieben - kostendeckend. Viele andere soziale Aufgaben, etwa Stadtteilbüros mit Sozialarbeitern, würden vom Kreisverband über Spenden und ehrenamtliche Helfer gestemmt.
Jetzt sei man aber gezwungen, seine eigenen finanziellen Mittel auch im Rettungsbereich einzusetzen. "Wir müssen uns fragen, welche Dinge wir noch leisten können", sagt Michael Vögele. Eberhard Kraut jedoch weist die Kritik zurück. Der Vizechef der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr vertritt die Krankenkassen am Verhandlungstisch. Seine Aufgabe sieht er primär darin, den Beitragszahlern keine überbordenden Kostensteigerungen zuzumuten.
Als Notruf an die Politik hat das Rote Kreuz jetzt einen Brief an die Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Ludwigsburg geschickt mit der Bitte, sie sollten sich für eine Änderung des Rettungsdienstgesetzes einsetzen, auf dem die Verhandlungen von Kassen und Rettern basieren. Mit der Kritik an diesem Gesetz steht das Rote Kreuz aber ziemlich allein da. Zwar ist auch der Arbeitersamariterbund (ASB) von der Kürzung betroffen. Knapp eine Million Euro müsse der Ludwigsburger ASB zurückzahlen, sagt der Verwaltungschef Hendrik Maier. Aber das sei weniger schlimm als die Tatsache, dass künftig geringere Einsatzpauschalen bezahlt würden. Wegen steigender Einsatzzahlen bestehe außerdem Nachholbedarf bei der Zahl der Fahrzeuge.
"Dass die Tarife nicht mehr auskömmlich sind, ist längst klar", sagt auch Thomas Hanisch, der Geschäftsführer der Johanniter-Unfallhilfe in Stuttgart. Bei praktisch allen Betreibern gebe es Quersubventionierungen aus mit Spenden finanzierten Bereichen. Er sieht allerdings keine Alternative zum heutigen Finanzierungsmodell. Die Gebiete, in denen die Johanniter aktiv sind, also Stuttgart sowie die Kreise Böblingen und Esslingen, seien von Nachzahlungen verschont geblieben. Wir kommen mit dem Geld halbwegs klar", sagt auch Alexander Baur, der Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes, der in Stuttgart und den Kreisen Göppingen und Esslingen aktiv ist.
Im Sozialministerium in Stuttgart ist man von der Kritik aus Ludwigsburg überrascht: dass Kostenträger und Rettungsdienste mitunter hart über die Bezahlung verhandeln müssten, sei völlig normal.
Quelle: STUTTGARTER ZEITUNG
305 news are online.
Einen Kommentar schreiben