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Ausschreibung für den Rettungsdienst hat nicht nur im hauptamtlichen Bereich Folgen

2010-09-03 08:32 von Redaktion

Schnell-Einsatz-Gruppe Süd blickt ungesicherter Zukunft entgegen

Die Ausschreibung für den Rettungsdienst des Landkreises ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Doch das scheint nicht nur für die hauptamtlichen Einheiten Konsequenzen zu haben. Auch bei der Schnell-Einsatz-Gruppe Süd, die vom DRK-Kreisverband Wanzleben in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen DRK-Kreisverband Oschersleben aufgebaut wurde, ist die Zukunft ab dem 1. Januar 2011 nicht gesichert.

Wanzleben. Schaut man Jahrzehnte zurück, so stellt man schnell fest, dass seit den 1960er-Jahren in jedem Jahrzehnt mindestens einmal der Sanitätszug als Katastrophenschutz-Einheit des heutigen DRK-Kreisverbandes Wanzleben stark gefordert war. Zugunglücke, ein Brand eines Pflegeheims oder auch Busunglücke könnten tagtäglich passieren und so einen Massenanfall an Verletzten mit sich bringen. Für diesen Fall gibt es heute auch die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), die mit ihrer Arbeit eine Lücke zwischen dem Sanitätsdienst und dem Rettungsdienst schließt.

Bereits wenn es bei einem Unglück neun Verletzte gibt, ist so neben dem Rettungsdienst auch diese SEG gefordert, die binnen einer halben Stunde am Standort einsatzbereit ist. Und das kann eigentlich jeden Tag passieren, denn die Gefährdungslagen sind beispielsweise durch Industriegebiete und Autobahnen in der Region permanent vorhanden. Die SEG-Süd ist im Oktober 2008 aufgrund eines Konzeptes des DRK-Kreisverbandes Wanzleben gegründet worden. Neben den ehrenamtlichen Kräften des Wanzleber Sanitätszuges, die in ihrer Freizeit rein aus der Motivation des Helfens dabei sind, engagieren sich hier auch hauptamtliche Rettungsassistenten und Rettungssanitäter des ehemaligen DRK-Kreisverbandes Oschersleben, ebenfalls in ihrer Freizeit, immerhin mit einem Anteil in der SEG von 40 Prozent.

Nach der Ausschreibung des Rettungsdienstes im Landkreis Börde bilden sich beim Organisationsleiter der SEG-Süd, Guido Fellgiebel, auch tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Was ist, wenn den Rettungsdienst im Bereich Oschersleben ein anderer Anbieter übernimmt? "Wir brauchen neben der Anzahl an Helfern auch die Qualifikation der Mitarbeiter des öffentlichen Rettungsdienstes, um eine schnelle und qualitative Einsatzbereitschaft zu gewährleisten", erklärte Guido Fellgiebel und bangt, dass ihm die Oschersleber Helfer wegbrechen.

Die Helfer haben zumindest im Rahmen einer Diskussionsrunde rund um die Ausschreibungen und ihre Folgen während des jüngsten Dienstabends zugesichert, bis zum Jahresende weiter in der SEG-Süd mitzuarbeiten. Allerdings mit der Betonung, dass sie das nur im Sinne der Bevölkerung tun. "Wir werden auch die Dienstabende im Rahmen der Ausbildung weiterhin durchführen", sicherte Stephan Dill als Verantwortlicher für den Katastrophenschutz beim DRK-Kreisverband Wanzleben zu. Bisher haben die Helfer der SEG-Süd 680 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet, etwa 14 000 Euro sind aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen in den Aufbau der Schnell-Einsatz-Gruppe geflossen.

"Wir haben vom Landkreis die Zusage, dass die SEG-Süd noch gewollt ist, aber wie wir unser Konzept nach dem 1. Januar personell in gleicher Qualität umsetzen sollen, wissen wir nicht", so Fellgiebel. Und Stephan Dill merkt auch an, dass die SEG gern auf die Erfahrungen aus der letzten Übung, die im November 2009 im Elbe-Park stattfand, aufbauen wollte, doch die Fortentwicklung durch die Entscheidungen jetzt eher blockiert ist. Sicher würde man in der SEG-Süd lieber nur üben, aber was ist, wenn der Ernstfall wirklich einmal Realität wird und 40 Prozent der Kräfte fehlen?

Quelle: Volksstimme.de

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